Gewalt gegen Senioren

Wie ich bereits zu einem Artikel von Andy Kommentierte hatte ich diese Woche ein Erlebniss wo ich (allerdings nur für kurze Zeit) sprachlos war, denn ich
lernte einen 80 jährigen Mann kennen dessen Geschichte mich gleichzeitig traurig und sehr, sehr wütend macht:

Am Donnerstag Abend kam er kurz vor Beginn des Trainings in die  Wing Tsun Schule. Er interesierte sich für unsere Kampfkunst, fragte ob er uns beim Training zusehen dürfe und nachdem Ihm dies gestattet wurde nahm er Platz. Später erzählte er Sifu Oliver dass er erst kürzlich aus Recklinghausen weggezogen sei, weil er dort nachdem er ich weiß nicht wie viele Jahre dort gelebt hat mittlerweile Angst hat auf die Straße zu gehen, da ihm dort nahezu täglich von einer Bande Jugendlicher aufgelauert wird die ihn auch schon mehrmals ziemlich heftig verprügelt haben und er dort mittlerweile Angst um sein Leben hat. Aus diesem Grund wolle er lernen sich zu verteidigen…..Heftig – nicht wahr? Offen gestanden weiß ich nicht ob es hierzu eine Vorgeschichte gab – ich vermute es aber. Nichts desto weniger tut man so etwas nicht!!! Ich weiß auch dass Senioren manchmal sehr ….sagen wir anstrengend sein können, aber eigentlich sollte man immer, insbesondere aber bei offensichtlich körperlich unterlegenen Menschen so etwas verbal Regeln können.

Ich habe lange über diese Begegnung nachgedacht und mich beschäftigt die Frage [aartikel]3893659641:right[/aartikel]warum gerade Jugendliche seit ein paar Jahren immer heftiger unterwegs sind. Warum viele von Ihnen wesentlich gewaltbereiter sind wie früher oder kaum unberauscht draussen anzutreffen sind. Versteht mich richtig – ich will hier weiß Gott nicht alle über einen Kamm scheren und ich kenne auch ganz tolle Jungs, aber es kommt mir so vor dass der Anteil derer die Keine Grenzen mehr kennen schon überdurchschnittlich gross ist und ich habe mich nach der Ursache gefragt: Werden die Jugendlichen wirklich immer brutaler, oder wird die Jugendgewalt von den Medien aufgebauscht? Welche Rolle spielt die Familie? Sind Migranten besonders gefährdet? Kann man etwas gegen die Gewaltbereitschaft Jugendlicher unternehmen, oder sind wir ihr hilflos ausgeliefert?

Ich für meinen Teil denke, dass das Problem von verschiedenen Seiten angegangen werden muss. Zum einen bin ich für eine rigurose Verfolgung und Bestrafung von Gewalttätern. Aber auch die Gewaltprävention ist ein Thema welches immer wichtiger wird. Hier wird z.B. von der EWTO, dem WingTsun Dachverband dem auch ich angehöre ein sehr interessantes Konzept an Schulen und Bildungseinrichtungen näher gebracht.

Zurück zu dem Senior von Donnerstag: Ihm hat das was er sah und die Atmosphäre in der WingTsun Schule so gut gefallen, dass er nächste Woche an einem Probetraining teilnehmen will. Ich denke dass gerade WingTsun aufgrund seiner Kraft- und Kampfprinzipien für Senioren geeignet ist, wurde es doch schließlich vor ca. 300 Jahren von einer Frau, der Nonne Ng Mu entwickelt um sich gegen körperlich überlegene Gegner behaupten zu können.  Großmeister Kernspecht, den Ihr übrigens auf dem Bild oben Links seht ist bereits  Baujahr 1945 und auch Großmeister Yip Man übte Wing Tsun bis ins hohe Alter aus und machte so manch Jungen etwas vor.

Wie steht Ihr zu dem Thema – habt ihr unter Umständen selbst einmal Erfahrungen mit jugendlichen Gewalttätern sammeln müssen? Was können gerade Senioren tun um ihren Alltag etwas sicherer bewältigen zu können? Dieses Video bietet hier denk ich schon ein paar gute Ansätze (auch wenn mir manchmal bei den "Stilvermischungen" des Sprechers die Haare zu berge stehen *gg*):

Körpersprache

Blitzdefense1Wie Ihre ja wisst betreibe und erlerne ich bereits seit 3 1/2 Jahren die Kampfkunst Wing Tsun und bereite mich mittlerweile auf den 1. Technikergrad vor. Wir lernen unter anderem uns gegen mehrere Angreifer zur Wehr setzen zu können und ich denke schon dass es gut ist für diesen Whorst Case ein gewisses Rüstzeug an die Hand zu bekommen. Viel interessanter als das ist jedoch die Tatsache das mir eigentlich alle Trainingspartner (egal ob Männlein oder Weiblein) bestätigen, dass sie im Großen und Ganzen gar nicht erst in die Situation gekommen sind sich einer solchen Auseinandersetzung stellen zu müssen. Wing Tsun ist ein realistisches und praxisorientiertes Selbstverteidigungssystem in dem nicht nur gezeigt wird wie man sich im Ernstfall gegen Angreifer erfolgreich behauptet, sondern auch einem physischen Konflikt an erster Stelle wie ausweicht, denn nur ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf (zumindest auf physischer Ebene). Zur Deeskalation ist es deshalb elementar wichtig dem Aggressor mit der eigenen Körpersprache, Gestik und Mimik die richtigen Signale zu senden.Gehen wir doch mal von der Situation aus, dass jemand wirklich nach Streit sucht. Welchen der nachfolgenden Drei Menschen wird er sich wohl herauspicken..?

Den Angreifer:
Der Angreifer ist auch bekannt als Möchtegern. Er steht dem Aggressor in einer breitenBlitzdefense2 Positur aggressiv gegenüber und provoziert ihn noch durch eine freche Antworten. Seine Arme sind typischerweise vor der Brust verschränkt. Damit will er dem potentiellen Angreifer folgendes sagen: Du hast Dir den falschen ausgesucht und wenn Du weitermachst wirst Du Dein blaues Wunder erleben. So weit, so gut, aber sind die meisten Vertreter dieser Gruppe wollen den Gegner zwar durch Aufplustern, Drohgebärden und verbalen Attacken davon überzeugen dass es gesünder für ihn ist seine Anfeindungen einzustellen, laden Ihn aber genau mit dieser Verhaltensweise dazu ein genau das Gegenteil zu tun indem sie ihm unterbewusst sagen: "Ich will doch das Gleiche wie Du – Lass uns prügeln"!!! Dumm nur wenn sich dann dieses Verhalten als Bluff herausstellt, was oftmals der Fall ist.

Den "Feigling": Die meisten zivilisierten Menschen werden wahrscheinlich wie er reagieren. Feigling ist eigentlich nicht das richtige Wort weil es zu negativ ist und das Verhalten selbst ja vollkommen normal ist. Er will keine Schwierigkeiten und blickt deshalb zu Boden. Die Hände sind in Ihren Taschen vergraben und er hofft einfach dass der Aggressor ihn von allein in Ruhe lässt. Wir alle wissen aber leider nur zu gut dass er genau das nicht tun wird, denn er hat ja nun sein Opfer gefunden!!!

BodenkampfDen Selbstbewussten: Wohl eher kaum und ich denke das ist der Grund warum Kampfkünstler im allgemeinen sehr selten in Schlägereien verwickelt werden. Alleine das Wissen sich im Notfall effektiv verteidigen zu können lässt uns die notwendige Sicherheit ausstrahlen. Weiterhin lernen wir durch Rollenspiele wie brenzlige Situationen friedlich gelöst werden können, indem wir zwar freundlich aber bestimmt dem Aggressor gegenübertreten, eben nicht zu Boden schauen sondern Blickkontakt herstellen. Unsere Hände vergraben wir nicht in den Taschen, sondern schieben sie vor unseren Körper. Dadurch unterstützen sie unsere Worte durch beschwichtigende Gesten und fungieren gleichzeitig als "Schutzschild", falls unser Gegenüber nicht von seinem Plan abweicht und uns angreifen sollte.

Wen ich jetzt durch diesen Artikel neugierig gemacht habe empfehle ich diese Seite mit kleinen Beispielvideos. Weiterführende Informationen erhaltet Ihr außerdem auf unserer Verbandsseite. Hier findet Ihr neben Grundlegenden Informationen zum Thema Wing Tsun auch eine sehr umfangreiche Datenbank mit Schulen in eurer Nähe.

Wing Tsun Prüfungslehrgang

Gestern hatte ich wie gesagt meinen Prüfungslehrgang zum 9. Schülergrad Wing Tsun und beim Betrachten der Bilder habe ich den Nachmittag  noch mal auf mich wirken lassen. Wir begannen alle zusammen mit den Basics und Sifu Oliver und Sisuk Rene gingen gerade in der ersten Form ("Siu Nim Tao" oder Übersetzt: "eine kleine Idee") mal etwas mehr in die Tiefe. Ich weiß nicht wie oft ich diese Form in den letzten 2 1/2 Jahren gemacht habe (Bei jedem Training 3 mal und das bei im Schnitt 3 Trainingseinheiten in der Woche plus diverse Lehrgänge….kommt schon was zusammen), aber ich finde es faszinierend dass es auch heute wieder Details gab die mir vorher nicht aufgefallen sind….

Danach ging es mit Schrittarbeit und anderen Basics (Tan Sao Wendung…..) weiter und schließlich ging ich mit den anderen "Neunern" in einen  seperaten Raum und wir widmeten uns der Stockabwehr–> für mich eindeutig der Teil mit dem größten Spassfaktor ;-)….

Kurz und gut – der Nachmittag war mal richtig toll, ich hab den 9. Schülergrad inne und da nach der Prüfung auch immer vor der Prüfung ist bereite ich mich ab Dienstag dann mal wacker auf 10 vor ;-)      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wing Tsun – Ein paar Gedanken

Obwohl ich in letzter Zeit eher selten über Wing Tsun schreibe, ändert dies nix an der Tatsache dass ich immer noch im Schnitt Drei mal in der Woche Trainieren gehe und auch nach wie vor irre viel Spass an dieser Kampfkunst habe.

Am 24. Mai habe ich meine Prüfung zum 8. Schülergrad bei Sifu Jörg Kilian absolviert (Hätt ich Honk nicht meinen Fotoaparat vergessen hätt ich auch Bilder reingestellt *grummel*) und da nach der Prüfung ja bekanntermaßen auch irgendwie vor der Prüfung ist ererne ich also seitdem das Programm für den neunten Schülergrad. Hierbei sind mir einige Dinge aufgefallen und ich mag einfach mal meine Gedanken und Eindrücke festhalten. Vielleicht auch um zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen zu können ob ich richtig gelegen habe ;-) Doch der Reihe nach:

Die Wing Tsun Schüler Programme sind in 12 Schüler grade, bzw. in 3 Stufen eingeteilt: Der Grundstufe (1. bis 4. SG) , Der Mittelstufe (5. bis 8. SG) und der Oberstufe (9. bis 12. SG), danach folgen die Technikergrade – dazu aber mehr wenn es irgendwann mal soweit ist.

Während der Schüler also in der Grundstufe die Basics lernt (Tan Sao, Bong Sao, Zirkelschritt, Wendung und noch einiges mehr) wird er in der Mittelstufe für das “Fühlen” sensibilisiert. Beides scheint sich jetzt in der Oberstufe wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Gerade übe und erlerne ich wie man auf den Bildern sieht die Stockabwehr und wenn man es mit einem Angreifer mit einem Baseballschläger o.Ä. zu tun hat wird einem sehr schnell klar, dass beide Faktoren (Basics und Sensorik) passen und aufeinander abgestimmt sein müssen. Alleine diese Erkenntniss hat mir sehr viel Freude bereitet und mich mit einem Lächeln an das Ziehen in den Oberschenkeln denken lassen, als ich beispielsweise die Wedung übte….

Gestern hatte ich dann endlich auch mal meine Kamera mit und es entstanden diese Bilder von meinem WT Kumpel Nils Kneiser und mir. An dieser Stelle verlinke ich sehr gern mal auf einen anderen Artikel in diesem Blog. Hier ist ein Bild von unser beider “Anfängertagen” (als wir beide noch dick waren *lach*) - schon erstaunlich wie wir uns Beide in den letzten 2 Jahren verändert haben, findet ihr nicht auch…?

Kinders wie die Zeit vergeht…

Seit ziemlich genau zwei Jahren betreibeund erlerne ich nun diese Kampfkunst und sie wurde sehr schnell zu einer sehr grossen Leidenschaft von mir. Grund genug für mich einfach mal meine Gedanken zusammen zu fassen und Diese mit meiner Leserschaft zu teilen:

Alles begann mit einem Umstand den der / die eine oder andere Leser /  Leserin vielleicht kennt – ich wog zu viel (118 Kilo) und wollte daran etwas ändern. Als ich dann beim Schnellgriechen meines Vertrauens (auf jeden Fall ein geeigneter Ort um sich zu überlegen wie man es denn schafft dauerhaft abzunehmen *lach*) einen Gutschein für ein Probetraining in die Hände bekam liebäugelte ich eigentlich sofort mit dem Gedanken mir das mal etwas näher anzusehen. Irgendwie hat mich "so etwas" ja schon immer mal gereitzt – also angerufen, Termin ausgemacht und Ende Gelände – jetzt  bin ich wie gesagt bereits  zwei Jahre dabei und meine Gedanken gehen schon das eine oder andere Mal in Richtung Techniker.

WT war eigentlich von Anfang an schon wesentlich mehr als nur ein Sport (was es streng genommen sowieso nicht ist) und übte direkt eine sehr starke Faszination auf mich aus. Die Art sich zu bewegen, die Erfolge beim Abnehmen, das damit verbundene neue Körperbewusstsein und die Gemeinschaft mit lauter Gleichgesinnten begeistern mich bis zum heutigen Tag.   Bisher musste ich das Erlernte zwar nicht anwenden und ich bin auch nicht scharf drauf, will aber nicht leugnen dass es meinem Selbstbewußtsein durchaus gut tut zu wissen, sich im Ernstfall durchaus effektiv zur Wehr setzten zu können.

Im Schnitt trainiere ich drei mal die Woche und jede Einheit beginnt mit der ersten Form – der Siu Nim Tao (Eine kleine Idee). Hier stehen wir in unserem Stand, dem IRAS und lediglich die Hände bewegen sich. Der Name der Form sagt es bereits – sie dient dazu bestimmte Positionen zu erlernen und zu üben und gewährt eine "kleine Idee" was man mit dieser Kampfkunst alles bewerkstelligen kann. Wenn wir damit beginnen schalte ich auch mental ab. Egal wie stressig mein Tag war – beim üben der Form leeren sich meine Gedanken und ich bin irgendwie in einer anderen Welt. Auch das ist ein Umstand den ich sehr schätze, denn so gewinne ich einen ausgleich zu meinem Arbeitsleben….

Obgleich meine Motivation eigentlich nur das Abnehmen war habe ich hier meine große Passion gefunden und mein Wunsch ist es später mal Wing Tsun selbst zu unterrichten. Zu diesem Zweck nehme ich am EWTO Leadership-Programm  teil (derzeit habe ich die Leadership Basic Qualifikation) und werde ich dieses Jahr noch meinen Übungsleiterschein erwerben. Wohin mich mein WT Weg noch führt weiß ich nicht – aber ich werde euch hier stetig auf dem Laufenden halten …